Mein erstes RBL Spiel in grün/weiss

29.5.2010 lang lang ist's her und doch hat sich dieses Datum in meinen Kopf festgebrant wie nur wenige Tage in meinem Leben. Was war passiert?



Heute vor fünf Jahren sah ich mein erstes Spiel von unseren Rasenballern. Denn es ging im damals auch noch offiziellen Zentralstadion gegen meine erste Fußballliebe Fc Sachsen Leipzig. Der mit dem Spiel sein letztes Highlight der Vereinsgeschichte setzte. Zu der Zeit waren mir zwar die neugegründete BSG Chemie Leipzig und die Kreisligaplätze unserer Stadt vertrauter. Aber dieses letzte Spiele des einstmals kultigen Sachsen Leipzig musste und konnte ich mir nicht entgehen lassen. Es ging schließlich gegen den von mir auch damals noch lange nicht geliebten "Brauseclub".In Gedenken an diesen 29.5.2010 werde ich für euch mal versuchen diesen durchaus merkwürdigen Tag in nem Artikel zusammenzufassen. Ob es mir gelingt, weiß ich selbst noch nicht. Aber ihr kennt es doch sowieso nicht anders von mir.



6.00Uhr der Radiowecker klingelt, Spieltag. Es liegen noch ein paar hundert Kilometer zwischen mir und dem Zentralstadion. Also schnell unter die Dusche, mein 1964er Meisterschirt angezogen, was gegessen und ab in die U-Bahn in Richtung Südkreuz. Da angekommen lud ich mein Rucksack noch mit lecker Schultheiss voll, bevor es dann die Rolltreppe hoch zu den Gleisen ging. Gerade noch rechtzeitig, denn der Interconnex rollte schon ein. Das war im übrigen noch schönes Reisen, aber das nur am Rande. Kaum hatte ich mir nen Platz gesucht, stellte ich fest, dass keine 5m.vor mir weinrote Outfit's auftauchten. Na toll dachte ich mir, genau diese BFC Fratzen hab ich um kurz vor acht gebraucht und was bzw.wohin sie wollen, war schnell klar. Denn der Interconnex macht für gewöhnlich nicht halt zwischen Berlin und Leipzig. Aber ok, immerhin hab ich genug Bier einstecken und vielleicht bekomme ich sie ja für die relativ kurze Fahrt damit ruhig gestellt. Es dauerte dann auch nicht mehr allzulang u.aus einer mal geplanten ruhigen Fahrt, wurde ein Trip mit unangenehmen Zeitgenossen neben mir. Obwohl sie alles andere als Genossen gewesen sind, Kameraden trifft es hier schon besser. Aber immerhin war man mir nicht feindlich gesinnt, das Gegenteil war schon eher der Fall. Zumindest so lang ich verschweigen werde, dass ich eher mit den damals längst ausgetretenen Diablos und ihren Kreisligaclub symphatisiere. So durfte/musste ich mir dann auch anhören, dass die Metastasen zwar die falschen Vereinsfarben tragen, aber im Geiste doch gute und fähige Kameraden sind. Zumindest bei den Vereinsfarben gab ich ihn innerlich Recht, denn sie hätten natürlich viel besser an den Südfriedhof gepasst. Nur sahen diese Metastasen, dass leider anders und prügelten sich lieber durch die grün/weisse Fanszene, um hier ihr Terrorregime und ihre braune Gesinnung unter's Volk zu bringen. Aber nun besser wieder zurück zum Tag X, die gerade geschilderten, werden ein leider noch öfter hier in diesem Eintrag begegnen. Vier Bier später erreichte ich dann auch den Leipziger Hauptbahnhof und dank einiger grün/weißen Atzen, konnte ich mich meiner Begleiter entledigen. Denn obwohl sie auch einen Besuch im Zentralstadion planten, so wollten sie aber doch nicht mit nem grün/weißen Mob gesehen werden.



So ging es erstmal in den Spät in unserem Fall Frühkauf auf dem Hbf um die Alkeholvorräte aufzufüllen, denn meine 15 Schultheiss waren alle und durstig sind Chemiker immer. Leider durfte ich schnell feststellen, das nicht alle vor hatten in dem Laden zu bezahlen. Es kam also, wie es kommen musste und die Polizei nahm uns für ne Stunde in nen Polizeikessel mitten auf dem Hbf. Netterweise konnte ich unbeteilgte Personen überreden mir nen paar Burger und Pommes aus der benachbarten Fast Food Filliale zu holen, damit dem in diesem Moment auftretenden Hunger schnell entgegengetreten werden konnte. Als der Freund und Helfer dann endlich festsstellte, dass sie mit uns nicht weiter kommen und sie heute eher keinen Schuldigen ausmachen werden, geleiteten sie uns noch zur Haltestelle. In Leutzsch am Wasserschloss angekommen, roch es schon von weiten nach Holzkohle und wir hatten endlich nur noch grün/weiße Freaks um uns rum. Dank der inzwischen völlig zu Recht in Verruf gekommenen Abseitsfalle bestand auch nicht mehr die Möglichkeit zu verdursten. Nach dem dann die ganze Meute gut abgefüllt und vollgefressen war, ging es ohne Probleme zu Fuß in Richtung Zentralstadion. Da angekommen musste ich mit erschrecken feststellen, dass die NPD hier auf Rattenfang ging und versuchte, die ominösen Schulhof CD,s unters Volk zu bringen. Wahrscheinlich auch noch mit einigem Erfolg. So weit ist es also schon gekommen seit dem Diablos, Ultra Youth usw.dem Fc Sachsen den Rücken gekehrt haben, dachte ich mir. Entgegen meiner Persönlichkeit, ging ich aber ohne große Wiederworte an der braunen Pest vorbei. Polizeistress hat ich erst vor nen paar Stunden und ich wollte ja nen Fußballspiel sehen und nicht Fliesen in der Ritterstraße zählen.



Im Zentralstadion angekommen präsentierte sich mir eine grün/weiße Fankurve, die unangehmer nicht hätte sein können. Metastasen u.die Jungs vom Dreiländereck hatten die Kurve in ihrer Hand. Alles bunte und kreative was die Diablos seit 1999 aufgebaut hatten, war weg. Ein Trauerspiel und dabei hatte das eigentliche Spiel noch gar nicht angefangen. War das etwa diese grün/weiße Fanszene die Lonzen und Kölmel mit ihren ganzen Verboten erreichen wollte, na Dankeschön und Glückwunsch. Hier hatte wer das geernet, was er gesät hat. Da war mir der kleine aber feine rot/weiße unorganisierte Haufen auf der anderen Seite um einiges symphatischer. Der sich immerhin sogar zu ner kleinen rot/weißen RBL Choreo hinreißen ließ. Auf unserer Seite kam nur irgend nen wenig kreatives Transparent, irgendwas mit Freikarten, wahre Fans pi pa po. Nun aber mal zum Spiel in dem die Rasenballer von Start weg die besseren Chancen hatte. Trotzdem gingen wir durch einen Freistoß Marke Kaiser in den ersten 10min.in Führung. Torschütze könnte ich jetzt googeln, bin ich aber zu faul. In der Folge lief das Spiel fast nur noch in Richtung des Grün/Weißen Tores. So verwunderte es nicht, das kurz vor Halbzeit der Ausgleich fiel. Auch in Halbzeit zwei sah es nicht wirklich besser aus, aber immerhin kamen jetzt die Leutzscher Tugenden, Kampf und Leidenschaft zum tragen. Was nicht die teilweise hochkarätigen Chancen der Rasenballer verhinderte, aber immerhin das Tor. So waren es auch diese Tugenden, die uns in quasi letzter Minute das Tor durch Stephan Neigenfink schenkten. Bei dem nicht nur ein gewisser Ingo Hertzsch ganz blöd aussah. Alles was danach kam war grenzenloser Jubel. Aber es stellte sich auch schnell die Gewissheit ein, dass das wohl der letzte große Sieg der Vereinshistorie gewesen ist. Zumindest für die Realos in der Kurve. So mischte sich nach dem Spiel auch relativ schnell, viel Wehmut unter den eben erzielten Sieg. Aber zum Glück gab es draußen auf dem Parkplatz, das ein oder andere Auto, bei dem man sich für nen Euro mit Bier eindecken konnte. Somit war zumindest die Rückfahrt ins gelobte Leutzsch gesichert. Da angekommen, wurde gleich nochmal der Grill angeworfen und nen bissel Alkohol vernichtet. Freude wollte an diesem Tag aber nicht mehr aufkommen, da niemand wusste wie es weitergeht.




Nach drei Stunden mit all den Leidensgenossen musste ich dann auch schon wieder in Richtung Berlin verschwinden. Leider sollte sich der Weg in Richtung Hbf als beschwerlicher als Gedacht heraus stellen. Denn am Lindenauer Markt stiegen blau/gelbe Kameraden in die Straßenbahn, die sich gleich um mich rum positioniert haben und auf mich einschlugen, mir mein Schämie Pulover, sowie mein Schal und mein Lieblingsretro Meisterschirt zu zocken. An der Stelle nochmal Dankeschön an alle in der Straßenbahn, die einfach nur weggesehen haben. Aber ok, alles in allem bin ich bis auf nen blaues Auge und nen paar Schrammen noch gut bei weg gekommen. Gut, dass ich jemand in der Nähe kannte, wo ich mir nen T-Schirt holen konnte um dann die Heinreise anzutreten, die dann zum Glück auch Problemlos verlief.



Kann mir vorstellen, dass der ein oder andere jetzt hier nen Loblied auf RBL erhofft hat. Aber es dauerte schon noch ne Weile bis ich mich in RB Leipzig schockverknallt habe. Das könnte ich mal irgendwann bringen. Hoffe ihr hattet beim lesen trotzdem nen bissel Spaß, mir hat das in Erinnerung schwelgen auf jeden Fall Spaß gemacht. An der Stelle mal nen sorry an unsern Rote Brause Blog, von dem ich die Idee mit dem 5Jahresrückblick geklaut habe. Ab jetzt obliegt es wieder ihm allein, die Rückblicke zu bringen.



In diesem Sinne komme ich mal zum Schluss. Bitte leitet den Blog wieder in alle Himmelsrichtungen weiter, so lang ihr es verantworten könnt und jetzt fehlt nur noch....






ROT WEISSE GRÜSSE !!!!!!

27.5.15 06:00

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