Ihr macht unseren Sport kaputt......

so oder so ähnlich schallt es durch die Stadien, Foren und Social Media Portale, wenn es um Rasenballsport Leipzig geht. Aber ist dem so, kann ein einzelner Verein denn den so heiss geliebten Sport überhaupt kaputt machen und wie geht es den anderen Vereinen in und um die Heldenstadt? Genau das soll heute die Frage sein, der ich mich versuche anzunähern.


Denn gerade der gestrige Tag, an dem sich mehrere hundert Fans aufmachten um ihre Rasenballer beim Trainig aufzubauen, war dann doch was besonderes in meinen Augen und er hat gezeigt, was für ein Fingerspitzengefühl da eine junge Fanszene schon entwickelt hat. Auch das letzte Wochende auf St.Pauli sollte Fußballdeutschland doch gezeigt haben, was für eine kreative und sich selbst auf's Korn nehmende Fanszene sich hier in Leipzig entwickelt. Davon können sich einige Fanszenen der ach so tollen Traditionsvereine ne Scheibe von abschneiden, hörte man von nicht wenigen St.Pauli Fans. Was für einen RBL Fan natürlich runterging wie Öl. Wo also hier der Sport gelitten haben soll oder in Zukunft leidet, sehe und verstehe ich nicht. Vielmehr ist es doch vielleicht so, wie schon in meinen gestrigen Tweet formuliert. Nicht das Vereinskonstrukt ist entscheidend, sondern was die Fans aus ihrem Verein machen.



Aber gut nun mit Eigenlob. Schauen wir doch einfach mal auf Leipzig's Vereine und wie sie im Moment so dastehen. Vorher aber mal noch eine Anekdote die schon gegen These"ihr macht unseren Sport kaputt"spricht. Es war ein vernebelter Sonntag Morgen unsere D-Juniorinnen mussten bei den Jungs von Rotation ran. Als einer der Verantwortlichen zu mir kam um mit mir ins Gespräch zu kommen. Zu meinem erstaunen, stellte ich fest, dass er sich extrem positiv über RBL äußerte. Denn man scheint sich bei den diversen RBL Jugendcamps nicht zu schade zu sein, die kleinen Kindern bzw.deren Eltern auch mal andere Vereine ans Herz zu legen. Wie ich erfahren durfte und in dem speziellen Fall war es einer der D-Junioren der gerade sein 4tes Tor gegen unsere D-Juniorinnen geschossen hat. Das Endresultat verschweige ich aus Rot/Weisser Sicht jetzt einfach besser mal. Aber der Fall zeigt einfach, wie Fußball auch funzen kann und wo da der Sport leidet, erschließt sich mir nicht.



Nun aber mal zum Blick auf die Fußballclubs in und um Leipzig



Den Anfang möchte ich mal in Dölitz beim Roten Stern Leipzig machen. Der inzwischen zum Mitgliederstärksten Verein nach MoGoNo in Leipzig herangewachsen ist und mit ein wenig Glück am Ende der Saison in die siebtklassige Bezirksliga aufsteigt. Mit nem Zuschaueraufkommen von 350-650 steht der Verein so gut da, wie nie zuvor. Auch der von Mitgliedern selbst sanierte und teils komplett neugebaute Bau Sozialtrakt mit dem genialen Konzept""ein Haus im Haus" am Goethesteig schreitet stätig voran. Genau wie das ansehen in der Stadt. Wo also RBL hier schaden anrichtet, seh ich nicht.



Dann ziehen wir mal nen paar Kilometer weiter in Richtung Osten der Stadt in blau/gelbe Gefilde. Wo der Club in der Oberliga noch versucht im Aufstiegsrennen um die Regionalliga mitzumischen. Der Club steht mit nem Zuschauerschnitt von 2000+/- nen paar zerquetschte im landesweiten Ligenvergleich verdammt gut da und was darüber hinaus noch für nen Zuschauerpotenzial da ist, sieht selbst der letzte beim Gang durch die Heldenstadt, wenn er mal aus dem überteuerten Waldplatzviertel, oder aus dem ach so trendigen Connewitz raus kommt. Warum sie diese Leute nicht ins Stadion bekommen, kein Plan. An unseren Rasenballern wird es mit Sicherheit nicht liegen. Denn wer mit l*k Nummernschild oder Wimpel/Aufkleber auf dem Auto rumgurkt, wird mit Sicherheit nicht ins Zentralstadion gehen um RBL zu bestaunen. Unser aller Twitter Quotenl*ki mal ausgenommen . Es ist auch mehr als nur beachtlich wieviel Jugendteams dieser Verein weiterhin stellt und das auch mit nicht gerade wenig Erfolg in den diversen Ligen und selbst wenn es mal einen an den Cottaweg bzw.Egidius-Braun-Sportschule zieht. So partizipieren sie schon jetzt mehr von RBL als andersherum.


Weiter gehts nach Halle, wo sich ein Verein trotz einer grausam anzusehenden Fanszene, die immer vorn dabei ist, wenn es um RB Basching geht, trotzdem gemausert hat und den mit Abstand erfolgreichsten Fußball seiner Nachwendezeit spielt. Wo und in welchen Fall der Verein also unter RBL zu leiden hat, erschließt sich mir nicht. Denn noch vor ein paar Jahren kickten die hfc Kicker noch vor maximal 2000 Zuschauern im Niemansland des Amateurfußballs. Auch bekomme ich gerade keine Jugendspieler hin, der von ihn an den Cottaweg gewechselt ist, wenn ich da auch nicht wirklich nen Plan von hab. Im Gegenteil, es wird wohl gar nicht mehr so lang dauern bis U-23/U-19 regelmäßig in die verbotene Stadt wechseln um dort ihre ersten Gehversuche im Profifußball zu starten



Dann mal auf in die grün/weissen Fußballgefilde nach Leutzsch, wo man vielleicht noch am ehesten über RBL klagen könnte, wenn man denn nur wollte. Immerhin war man bis zum erscheinen der Rasenballer Nr.1 der Stadt, hatte eine vorbildliche Jugendausbildung und mit ein wenig Glück, sogar eine goldene Zukunft vor sich. Darüber hinaus ist man noch auf's gleiche Fußballpublikum wie wir angewiesen. Aber es kommt nicht von ungefähr, das man aus Leutzsch kein großes Murren hört. Denn niemand war unglücklicher in dieser vor RBL Zeit, als die chemische Fanszene. Denn die BSG Chemie bzw.der dahingeschiedene Fc Sachsen gehören nach Leutzsch in den Alfred-Kunze-Sportpark, denn da sind sie zu Haus, da darf man sein und nicht ins Zentralstadion. Also erträgt man den Rot/Weissen Fußball in Leipzig einfach, denn man war eigentlich schon immer der 2te Club der Stadt und gefällt sich in der Rolle des Underdogs. Auch beim Blick auf das hier und jetzt des Leutzscher Fußballs ist doch bei weiten nicht alles schlecht. Denn man steht in der 6ten Liga als Aufsteiger mittendrin im Aufstiegsrennen und 850-1350 Zuschauer pilgern Woche für Woche ins AKS, was allemal respektabel ist. Ich kann mich an Regionalligazeiten(damals immerhin noch 3Liga)erinnern, da waren gegen Teams wie Hertha Zehlendorf/Sc Charlottenburg usw. auch nicht wirklich viel mehr Zuschauer da. Man schaue nur mal nach Berlin zu Te Be. Die in einer vergleichbaren Liga spielen und bis auf's letzte Wochenende als sich mal 1910 Zuschauer ins Momsenstadion verirrten, sonst vor 550-800 Zuschauern kicken.Man muss halt nur aufpassen, das man in den nächsten Jahren noch 2/3 Ligen höher spielt, damit die Jugend auch weiterhin ins AKS wandert. Nicht das die Fanszene immer älter wird, da wir natürlich zwangsläufig weiter ein Großteil der Leipziger Jugend ziehen werden. Alles in allem ist mir aber beim Blick in die Zukunft des Leutzscher Fußballs nicht bange. Denn da sind fähige Leute mit ganz viel Leidenschaft am Werk, man wird nur irgendwann mal über seinen Schatten springen müssen und die Kicker verpflichten die es bei uns nicht schaffen.


Dann mal noch kurz in die anderen Sportarten geschaut, die sich in Leipzig so versuchen und das immerhin nicht ganz ohne herzeigbare Erfolge. Als erstes möchte ich hier die Handballer des Sc DHFK erwähnen, die trotz der Anwesenheit der Rasenballer, am nächsten Spieltag(8.5) in die vermeintlich stärkste Handballliga der Welt aufsteigen. Selbst deren Jugend hat sich inzwischen zu einer der besten Deutschlands entwickelt und ist beim Kampf um deutsche Meisterschaften gut dabei. Auch der HCL spielt jedes Jahr um die deutsche Meisterschaft mit und der Zuschauerschnitt kann sich im Landesweiten Vergleich genau wie bei der Sc DHFK sehen lassen. Auch die in Taucha spielende Icefighters spielen, wenn auch in Liga3 regelmässig vor ausverkaufter Kulisse um die regionale Meisterschaft mit. Das es am Ende nicht für mehr langt, liegt mit Sicherheit nicht an den Rasenballern, sondern hat andere teilweise Eishockey spezifische Ursachen. Aber das jetzt auszuführen, würde den Rahmen sprengen.



Alles in allem bleibt festzuhalten, die Sportstadt Leipzig lebt und das trotz, vielleicht sogar dank der Rasenballer vom Cottaweg. Wenn natürlich auch von Seiten der Stadtverwaltung gerade für die Randsportarten mehr getan werden sollte, denn mehr möchte nicht die zukünfigen Olympiateilnehmer beiheimaten?



Na denn sollte ich mal zum Ende kommen, ist doch länger geworden, als ich am Anfang gedacht hatte. Hoffe das lesen hat euch ähnlich Spaß gemacht, wie mir das schreiben. Wenn ja, tragt es bitte weiter ins Zuckerberguniversum oder erzählt einfach anderen von diesem Möchtegernblog. Hab mir zwar selbst letztens nen Bullster LE Zuckerberguniversum Account zugelegt, aber ich hatte noch keine Zeit und auch noch nicht wirklich Lust, ihn anständig auszubauen. Zum Schluss dann mal wie immer



ROT WEISSE GRÜSSE !!!!!!

6.5.15 09:13

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